(20.02.2018) Buchrezension: Für Prophet und Führer: Die islamische Welt und das Dritte Reich

Titel: Für Prophet und Führer: Die islamische Welt und das Dritte Reich

Autor: David Motadel

Verlag: Klett-Cotta

 

Mit dem Buch „Für Prophet und Führer: Die islamische Welt und das Dritte Reich“ bringt der Historiker David Motadel ein beeindruckendes und umfassendes Werk auf den Markt. Die Arbeit widmet sich einem Thema, das bislang zwar diskutiert, wissenschaftlich jedoch wenig Beachtung fand. Nämlich, die Frage danach, wie die Situation der Muslime im Dritten Reich unter Adolf Hitler war. Dieses Thema geht Motadel nach. Er zeigt auf, dass schon vor dem NS-Regime, Ende des 19. Jhr., Anfang des 20. Jhr., auf deutschem Gebiet eine sogenannte „Islam-Politik“ herrschte. Während des NS-Regimes wurde der Islam dann zu einem wichtigen Instrument. Sowohl der NS-Staat als auch andere Staaten versuchten die Muslime für sich zu gewinnen. Und obwohl vor dem Krieg sich Hitler noch deutlich abwertend über Muslime und den Islam äußerte, änderte sich dies mit Kriegsbeginn. Als ab 1941 Hitlers Armee in muslimisch-bevölkerte Gebiete einmarschierte, gab es auch auf Seiten des NS-Regimes Bestrebungen, Muslime für die NS zu gewinnen, um damit geopolitische und militärische Ziele zu erreichen. Daher wollte man Deutschlands Muslime als Verbündete haben. Vor allem umwarben sie Bosnier, Albaner, Krimtataren und Muslime aus dem Kaukasus und aus Zentralasien. Im Gegensatz versprachen sie bestimmte Freiheiten, wie z.B. die islamische Schächtung.  Doch die Rekrutierung von Muslimen gelang ihr nur minimal. Laut Motadel war das NS-Regime weniger erfolgreich. Auch wenn sich einige Muslime der NS anschließen, setzt sich der Großteil der Muslime gegen die NS-Politik und dessen Rassismus ein. Vor allem muslimische Gemeinden und Geistliche verdeutlichen immer wieder die Unvereinbarkeit des Islams mit der NS-Politik. So landen auch einige Muslime in den Konzentrationslagern und viele Muslime helfen ihren jüdischen Nachbarn und Freunden, sich vor den Nazis zu verstecken. Wie Motadel feststellt, gab es auch auf Seiten der Alliierten Muslime, die dazu beitrugen „Europa zu befreien“.

 

Veröffentlicht von misawatruth

Der Autor Cemil Şahinöz (Dipl. Soziologe, Familienberater, Integrationsbeauftragter, Doktorand der Theologie; geboren 1981) ist Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift “Ayasofya”. Er hat verschiedene Bücher übersetzt und verfasst. Sein erstes Buch schrieb er mit 15 Jahren und mit 16 Jahren brachte er seine erste monatliche Zeitschrift heraus. Sein Aufsatz “Situation der türkischen Familien in Europa“ wurde 2006 von Diyanet (DİTİB) zum “Besten Aufsatz des Jahres“ gewählt. Zu verschiedensten Themen macht er Vorträge, Seminare, Fortbildungen, Konferenzen und Workshops. Er ist in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften als Journalist und Kolumnist tätig. Als Journalist begleitete er den deutschen Bundespräsident Christian Wulff und den türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül bei ihrem Osnabrück-Besuch. Şahinöz moderierte die Internet-Radiosendung “Misawa Talk“. Hauptberuflich ist er in der Integrationsagentur und Familienberatung tätig. Nebenbei ist er in der türkischen Glücksspielsuchthotline tätig. In der Vergangenheit arbeitete er als Lehrer, Projektmanager, Seelsorger für muslimische Häftlinge, Übersetzer, Editor und Leiter von pädagogischen Angeboten. Seine Webseite (www.misawa.de) wurde unter 42 deutschen Islamseiten in den Bereichen "Offenheit", "Dialog", "Meinungsfreiheit", “Toleranz“ und "Demokratisch" in einer Forschungsarbeit an einer Universität am besten bewertet. Als Dank und Auszeichnung für sein Engagement im Bereich Integration wurde er von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel nach Berlin eingeladen und seine Arbeit auf diesem Gebiet gelobt. Şahinöz traf sich u.a. auch mit dem muslimischen Berater von Barack Obama, Rashad Hussain, und gab ihm Informationen über die Muslime und ihren Organisationen in Deutschland. Der AIB (Europäischer Arbeitgeber und Akademiker Verbandes NRW) verlieh ihm im Juni 2011 den “Akademiker- und Integrationspreis.” Şahinöz ist zu dem Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden (Dachverband der muslimischen Einrichtungen in Bielefeld) und der European Risale-i Nur Association (Dachverband der Nurculuk Bewegung in Europa).

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