(17.08.2011) Buchrezension: Ratgeber für Muslime bei psychischen und psychosozialen Krisen

Titel: Ratgeber für Muslime bei psychischen und psychosozialen Krisen

Autor: Malika Laabdallaoui, Ibrahim Rüschoff

Verlag: Edition Bukhara

Bereits 2005 erschien dieses Werk von Malika Laabdallaoui und Ibrahim Rüschoff zum ersten Mal. Schon damals war klar, wie wichtig diese Thematik ist und wie wenig es von der muslimischen Community in Deutschland aufgenommen wird. So wurde 2009 das Buch noch einmal auferlegt. Von seiner Aktualität hat aber weder das Buch noch das Thema einbüssen müssen.

Laabdallaoui und Rüschoff machen zunächst eine Bestandsaufnahme. Dabei wird ein Defizit in der psychosozialen Versorgung der Muslime in Deutschland deutlich. In der Thematik der verschiedenen Konflikte bieten die Autoren dann Lösungsansätze. Da geht es ua. um Schizophrenie, Depressionen, Suizid und Ehekonflikte.

In ihrer Arbeit stellen sich Laabdallaoui und Rüschoff die Frage, wie sie einen lebendigen Glauben bewahren und den koranischen und prophetischen Lehren in Europa, in der neuen historischen, sozialen und politischen Situation, treu bleiben können. Dabei zeigen sie auf wichtige Faktoren bei der Behandlung von Muslimen und versuchen u.a. zu klären, welche Verfahren muslimisch erlaubt sind oder nicht. Zum Schluss machen Laabdallaoui und Rüschoff einen Ausblick in die Zukunft und machen Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Hier fordern sie u.a. Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung und Sozialberatung in den Moscheen, die Verbesserung der Ausbilder der Imame, die Ausbildung von islamischen psychosozialen Beratungsangeboten.

Das Buch ist jedoch nicht nur für Muslime geschrieben. Um die Sachverhalte zu verstehen ist kein Wissen des Islams notwendig. Im Gegenteil. Das Buch gibt sogar einen guten Einblick in die Lebenssitutation der Muslime und vor allem in das Verständnis von Krankheit und Heilung im Islam. So ist das Buch für Menschen, die mit muslimischen Klienten und Patienten arbeiten, eine unverzichtbare Lektüre.

Cemil Sahinöz

Veröffentlicht von misawatruth

Der Autor Cemil Şahinöz (Dipl. Soziologe, Familienberater, Integrationsbeauftragter, Doktorand der Theologie; geboren 1981) ist Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift “Ayasofya”. Er hat verschiedene Bücher übersetzt und verfasst. Sein erstes Buch schrieb er mit 15 Jahren und mit 16 Jahren brachte er seine erste monatliche Zeitschrift heraus. Sein Aufsatz “Situation der türkischen Familien in Europa“ wurde 2006 von Diyanet (DİTİB) zum “Besten Aufsatz des Jahres“ gewählt. Zu verschiedensten Themen macht er Vorträge, Seminare, Fortbildungen, Konferenzen und Workshops. Er ist in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften als Journalist und Kolumnist tätig. Als Journalist begleitete er den deutschen Bundespräsident Christian Wulff und den türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül bei ihrem Osnabrück-Besuch. Şahinöz moderierte die Internet-Radiosendung “Misawa Talk“. Hauptberuflich ist er in der Integrationsagentur und Familienberatung tätig. Nebenbei ist er in der türkischen Glücksspielsuchthotline tätig. In der Vergangenheit arbeitete er als Lehrer, Projektmanager, Seelsorger für muslimische Häftlinge, Übersetzer, Editor und Leiter von pädagogischen Angeboten. Seine Webseite (www.misawa.de) wurde unter 42 deutschen Islamseiten in den Bereichen "Offenheit", "Dialog", "Meinungsfreiheit", “Toleranz“ und "Demokratisch" in einer Forschungsarbeit an einer Universität am besten bewertet. Als Dank und Auszeichnung für sein Engagement im Bereich Integration wurde er von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel nach Berlin eingeladen und seine Arbeit auf diesem Gebiet gelobt. Şahinöz traf sich u.a. auch mit dem muslimischen Berater von Barack Obama, Rashad Hussain, und gab ihm Informationen über die Muslime und ihren Organisationen in Deutschland. Der AIB (Europäischer Arbeitgeber und Akademiker Verbandes NRW) verlieh ihm im Juni 2011 den “Akademiker- und Integrationspreis.” Şahinöz ist zu dem Vorsitzender des Bündnis Islamischer Gemeinden (Dachverband der muslimischen Einrichtungen in Bielefeld) und der European Risale-i Nur Association (Dachverband der Nurculuk Bewegung in Europa).

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